Mitarbeiteraktien – eine süße Verführung?

Grundsätzlich einmal ist es zu begrüßen, dass Menschen sich mit Aktien und ergänzenden Formen der Altersvorsorge beschäftigen. Sprechen die attraktiven Konditionen oftmals für den Erwerb von Mitarbeiteraktien, birgt die geförderte Anlage jedoch auch Risiken, mit denen sich der Anleger vor Abschluss auseinandersetzen sollte.

Das unternehmerische Klumpenrisiko 

Investitionen in Aktien können langfristig eine schöne Rendite einbringen. Damit einher gehen aber auch immer Unternehmensrisiken. Geht ein Unternehmen z.B. pleite, sitzt man als Anteilseigner mit im Boot. Im schlimmsten Fall ist das investierte Geld ganz weg. Dieses Risiko lässt sich mit Hilfe breit gestreuter Investments (z.B. ETFs) auf ein Minimum reduzieren. Investitionen in Form von Mitarbeiteraktien stellen hingegen ein Einzelinvestment dar und erhöhen zunächst einmal das Klumpenrisiko. Reduziert sich die Investition einzig auf das eigene Unternehmen, konzentriert sich das Risiko auf ein Maximum.

Das persönliche Klumpenrisiko

Ein weiteres Klumpenrisiko liegt in der einseitigen Einkommens- und Vermögensstruktur. Nehmen wir an eine Person hat ausschließlich über seine Firma Aktienvermögen angespart. Geht das Unternehmen dann pleite, brechen unserer Person nicht nur die Einnahmen weg, sondern sie verliert zudem das angesparte Vermögen. Ein doppelter Schlag.

Die Kontrollillusion

Die Kontrollillusion beschreibt den Sachverhalt, dass Menschen glauben Herr einer bestimmten Situation zu sein, obwohl sie es in der Realität nicht sind. Dies trifft oftmals auch auf die Bewertung der eigenen Firma zu. Viele Personen glauben, allein aufgrund der Tatsache, dass sie im Unternehmen arbeiten, die wirtschaftlichen Entwicklungen des Unternehmens besser vorhersehen, ja vielleicht sogar beeinflussen zu können. Das ist aber, insbesondere bei größeren Konzernen, nicht der Fall. Die wichtigsten Fundamentaldaten für eine wirtschaftliche Betrachtung und Analyse, liegen allen Marktteilnehmern in Form von Geschäftsberichten gleichermaßen vor.

Was spricht dafür – Attraktive Konditionen und das gute Gefühl

Wer die genannten Risiken kennt und akzeptiert, kann oftmals durch attraktive Konditionen profitieren. Auch wenn es unterschiedliche Ausgestaltungsformen der Aktienprogramme gibt, können grundsätzlich zwei unterschiedliche Formen genannt werden.  Da gibt es zum einen den Rabattkauf. Hier bekommt der Mitarbeiter die Aktie zu einem vergünstigten Kurs. Die zweite Variante ist die Bonusaktie. Hierbei kauft der Mitarbeiter z.B. vier Aktien und erhält gratis noch eine dazu. Eine Kombination der beiden Modelle ist natürlich auch möglich. Dabei ist der Erwerb von Bonusaktien oftmals an besondere Konditionen, wie einer Mindest-Haltedauer, gebunden.  Unternehmen profitieren durch die Aktienprogramme davon, gute Mitarbeiter und Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden. Aber auch für viele Mitarbeiter ist es ein motivierendes Gefühl als Teilhaber am Unternehmenserfolg aktiv mitzuwirken und in Form von Dividenden auch zu profitieren.

Der steuerliche Aspekt

Werden Mitarbeiteraktien vergünstigt gekauft ist das ein geldwerter Vorteil. Dieser berechnet sich aus der Differenz von Einbuchungspreis zu Ausübungspreis. Der Einbuchungspreis ist der Wert zudem die Aktie ins Depot eingebucht wird. Der Ausübungspreis ist der tatsächlich gezahlte Preis. Dabei kann ein Freibetrag von 360€ pro Jahr geltend gemacht werden. Erst wenn der Freibetrag überschritten wird fallen Steuern an.

Fazit

Ob die Punkte am Ende des Tages aber das erhöhte Risiko rechtfertigen muss jeder selbst entscheiden. Investitionen in das eigene Unternehmen in Form von Mitarbeiteraktien sollten, im größeren Stil und im Rahmen einer soliden Altersvorsorge, immer nur als ergänzender Teil einer diversifizierten Gesamtstrategie betrachtet werden.

Deine Meinung interessiert uns. Wie stehst du zu dem Thema? Hast du Erfahrungen mit Mitarbeiteraktien? Wir freuen uns von dir zu hören!

Dein Marcel

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