Miete für mehr Flexibilität

Mieten oder kaufen? Ich bin 34 und ich wohne zur Miete. Manchmal fühle ich mich schon fast schlecht, dass ich kein Eigentum besitze. Fast so, als würde man sich bei einer Selbsthilfegruppe vorstellen. Doch für mich passt es so gerade einfach am Besten.

Da schmeißt du ja nur Geld anderen in den Rachen

Ja, die Mieteinnahmen bekommt wer anders. Unsere Kaltmiete beläuft sich aktuell auf etwa 800€ pro Monat (Nebenkosten, Strom, Gas Internet etc. brauche ich ja auch im Eigenheim) – aufs Jahr gerechnet also 9600€. Sind in 10 Jahren dann 96.000€ und in 40 Jahren 384.000€ – Mietsteigerungen mal ausgenommen. Könnte ich mir davon eine Wohnung kaufen? Vielleicht, garantiert aber nicht in einer deutschen Großstadt, wie wir jetzt wohnen.

Was erkaufe ich mir mit der Miete? 

Ja, Eigentum zu haben ist auch für mich verlockend – wo ich doch so gerne vor-mich-hin-werkle und am liebsten mal ein ganzes Haus selbst bauen würde. Noch bin ich aber nicht an dem Punkt in meinem Leben, an dem ich mehr als 5 Jahre in die Zukunft plane – werde ich, werden wir in Frankfurt bleiben? Wollen wir nicht eigentlich mal im Ausland arbeiten? Was wenn ich ein Jahr lang ein Sabbatical einlegen will und kein Einkommen habe? Optionen haben nenne ich das. Die Wahl zu haben, einfach morgen mit einem Brief die Wohnung kündigen und übermorgen etwas Neues, Anderes zu machen. An einem anderen Ort ohne viel Stress.

Unabhängigkeit

Aber dann hast du ja die Immobilie – da kann dich keiner rausschmeißen

Und ja, natürlich kann der Vermieter auf Eigenbedarf kündigen. Aber vor meinem Eigenheim kann auch eine Schnellstraße gebaut, ein Windpark entstehen oder unerwartet das Dach kaputt gehen. Was ich damit sagen will, Risiken gibt es im Leben. Sie gehören einfach dazu. Zudem gibt es mit dem deutschen Mietrecht ein stabiles Regelwerk welches mich vor Willkür des Vermieters schützt.

Aber das Geld ist doch gerade billig

Das billiges Geld allein kein Argument ist, hat mir das Spielen und Ausprobieren mit einem Tilgungsrechner gezeigt. 384.000€ geliehenes Geld zu einem jährlichen Zinssatz von 2%, vielleicht sogar noch weniger. Das klingt doch eigentlich gar nicht schlecht oder? Was diese kleine Prozentzahl aber kumuliert auf einen Zeitraum von 30 Jahren ausmacht war mir so nicht ganz klar. Für die fiktiv geliehenen 384.000€ würden bei einer monatlichen Rate von etwa 1.280€ dann nochmal etwa 150.000€ Zinsen anfallen. Wenn du gerne mehr über Kredite erfahren willst, schau dir unser Video an! Macht das Eigenheim dann gleich mal um ca. 40% teurer! Und der Wert der Immobilie steigt ja meist nicht parallel im selben Maße. Ich habe schon viele Menschen in meinem Leben getroffen, die durch die monatlichen Raten schon zu lange in einem ungesunden Job verharren mussten – denn die Rate muss bezahlt werden! 

Und wie lange ich allein für 150.000€ zur Miete wohnen kann? Wenn’s so bleibt für weitere 15 Jahre…

Übrigens

Dass ich trotzdem Vermögen für mein Alter anspare berücksichtige ich hier erstmal nicht. Für mich ist die Entscheidung ob ich zur Miete wohne oder kaufe zur Zeit durch die mangelnde Mobilität von Eigentum und die daraus resultierende Einschränkung meiner Flexibilität recht leicht zu treffen.

Deine Eva

3 Kommentare

  1. Lieber Marcel,
    habe diesen kleinen feinen Blogbeitrag auf eurer Homepage gefunden.
    Geht mir sehr ähnlich wie dir, so dass ich weiterhin gerne Miete zahle.
    Gruß
    Tim

  2. Lieber Tim,

    schön dass du den Kommentarbereich eingeweiht hast 🙂 Es ist immer toll zu sehen wenn Menschen mit sich und ihren Finanzen im Reinen sind. Dir weiterhin alles Gute!

    Viele Grüße
    Eva & Marcel

  3. Hi Tim,
    ich gebe dir vollkommen Recht. Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt.
    Ich selbst habe nur Immobilien als Kapitalanlage gewählt.
    Zur Miete wohnen macht einen einfach flexibler.
    Habe mir damals das Wissen über zwei Bücher angelesen. Eins von Alexander Goldwein für den Kauf und eins von Constantin Boll für Crowdinvesting in Immobilien.
    Finde die Kombination sehr hilfreich, da ich einen Teil direkt in Betongold habe und den anderen über mehrere Projekte verteilt habe.
    Vielen Dank für deinen kurzen Blogeintragy

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