Das Junior-Depot – Früh starten lohnt sich!

Für unsere Liebsten schon früh vorsorgen? Vieles spricht dafür, ob der Führerschein, die Ausbildung, die erste eigene Wohnung oder eine Weltreise: Mit dem sogenannten Junior-Depot können Eltern und Familienangehörige schon ab 25€ monatlich oder vierteljährlich die Grundlage für stabile Finanzen der Kinder schaffen. Die Weitsicht lohnt sich, finanziell aber auch persönlich.

Wer kann das Junior-Depot eröffnen?

Ein Junior-Depot wird wie jedes normale Depot über einen Broker, meistens zusammen mit einem Verrechnungskonto, eröffnet. Dies können formal nur die Eltern oder gesetzlichen Vertreter tun. Jedoch kann für die Nutzung und Administration des Depots eine Vollmacht ausgestellt werden. So verwalte ich als Patenonkel z.B. das Junior-Depot meiner Nichte. Darüber hinaus steht es natürlich jedem frei, ob Großeltern, Paten oder auch Freunden, Geld auf das Verrechnungskonto des Kindes zu überweisen. Somit kann jeder seinen Beitrag leisten. Da mittlerweile die meisten Broker Junior-Depots anbieten, lohnt es sich die Kosten- und Service-Modelle  miteinander zu vergleichen.

Rechte und Pflichten

Auch wenn Eltern das Konto eröffnen und verwalten, gehört das Junior-Depot mit dem dazugehörigen Geld direkt nach der Eröffnung dem Kind. Ein Zugriff für die eigene Verwendung ist dann nicht mehr möglich. Die Eltern sind dann nur noch Treuhänder. Das ist auch gut so, schützt es das Vermögen des Kindes vor Aktionismus der eigenen Eltern. Ebenfalls darf zum Schutz oftmals nur in risikoärmere Produkte investiert werden, wie z.B. in breit diversifizierte ETFs. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres werden in der Regel die Zugriffsdaten der Eltern gelöscht und dem Kind übertragen.

Unabhängigkeit

Der steuerliche Aspekt

Grundsätzlich fallen auf Dividenden und Gewinne bei Aktienverkäufen Kapitalertragsteuern in Höhe von 25% an (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Wie bei allen Personen kann auch für das Kind ein Sparerpauschbetrag in Höhe von 801€ in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, den Steuerfreibetrag von 9.408€ (seit 2020) und den Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36€ geltend zu machen. Hierfür kann die „Nichtveranlagungsbescheinigung” (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt beantragt werden. Somit ergibt sich ein jährlicher Steuerfreibetrag in Höhe von 10.245€. Eine beachtliche Summe die dem Zinseszinseffekt auf die Sprünge hilft. Schau dir unser Video zum Thema Zins & Zinseszinseffekt an!

Krankenversicherung und Bafög

Auch wenn vieles für ein Junior-Depot spricht, sollten Eltern aber Folgendes berücksichtigen: Liegt das jährliche Einkommen des Kindes (z.B. Dividenden) über 6.460€, muss es sich selbst krankenversichern. Das entspricht einem monatlichen Einkommen von knapp 538€. Zugegebenermaßen wird das für die meisten wohl kein Thema darstellen. Der vielleicht wichtigere Punkt bezieht sich auf das BaföG. Liegt das Vermögen im Studium über 8.200€ (seit 2020) kann die Ausbildungsförderung (BAföG) verweigert werden. Beide Punkte sollten daher in eine Gesamtstrategie mit eingeplant werden.

Der schöne Nebeneffekt

Damit der Sprössling mit dem angesparten Vermögen auch verantwortungsbewusst umgeht, ist das Schaffen einer finanziellen Bildung ebenso wichtig wie das Investieren. Ein Depot mit Aktien bietet eine tolle Möglichkeit finanzielle und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. So kann dem Kind beispielsweise schön erklärt werden, dass bei einem McDonald´s Besuch ein Teil des Happy Meals durch die zuvor erhaltene McDonald´s-Dividende bezahlt worden ist. So lernen Kinder früh was Teilhabe an Unternehmen bedeutet.

Dein Marcel

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