Investmentfonds einfach erklärt – So funktionieren Aktienfonds & ETFs

Von Marcel

Finanzfreak & passionierter Investor

Investitionen in Wertpapiere stellen eine gute Möglichkeit dar langfristig Vermögen z.B. für die Altersvorsorge aufzubauen. Privatanleger haben dabei die Möglichkeit direkt über die Börse zum Beispiel in Aktien oder auch Anleihen zu investieren. Dabei hört und liest man häufig den Ratschlag nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Investmentfonds bieten eine gute Möglichkeit mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufzubauen. Wir zeigen dir was du wissen musst.

Motivation

Stell dir vor du hast 1.000 € und willst diese in Aktien eines Unternehmens investieren. Geht dieses dann insolvent, also pleite, ist dein investiertes Geld auf einen Schlag weg. Als Aktionär bist du nämlich Miteigentümer und haftest mit deinem eingesetzten Kapital. Hättest du hingegen gleichermaßen z.B in vier unterschiedliche Unternehmen á 250 € investiert und eines wäre dann pleite gegangen, hättest du deinen Verlust auf 250 Euro begrenzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass nämlich alle vier Unternehmen insolvent gehen ist deutlich geringer. 

Risikostreuung – Diversifikation

Das investieren in mehrere Unternehmen, mit dem Ziel der Risikostreuung, wird auch auch Diversifikation genannt. Im Optimalfall findet eine solche Streuung über viele Unternehmen, mehrerer Branchen, Länder und sogar Anlageklassen hinweg statt. Dadurch können zum Beispiel auch extreme Kursschwankungen im Depot reduziert werden. Stabile oder steigende Aktien federn die Dämpfer fallender Aktien. Dabei wird vielleicht schon deutlich, dass diese Art zu investieren eine gewisse Menge an Geld und viel Bereitschaft voraussetzt, sich mit den Unternehmen und der Wirtschaft intensiv zu beschäftigen. Dass das nicht alle Menschen können und wollen liegt dabei auf der Hand. Investmentfonds bieten hier eine Möglichkeit, mit verhältnismäßig geringem Aufwand, trotzdem an der Wirtschaft teilzunehmen. 

Was ist also ein Fonds? 

Auch wenn vom Namen her ähnlich, handelt es sich nicht um eine Basis-Suppe. Dennoch stellt der Suppentopf eine gute Eselsbrücke dar. Vereinfacht gesagt wird nämlich mit einem Fonds das Geld mehrere Anleger in einem Topf gesammelt. Mit Hilfe eines professionellen Fondsmanagements kann so, gemeinsam mit dem Ziel des Anlegernutzen und nach dem Grundsatz der Risikomischung, besser am Kapitalmarkt investiert werden. Anleger können so entsprechend ihrer eingezahlten Summe von Wertsteigerung und Erträgen profitieren die der Fonds erwirtschaftet. Hier wird erkennbar, dass es sich um eine indirekte Teilnahme an der Wirtschaft handelt. 

Eintracht macht stark

Der Fonds ist gewissermaßen Kontaktstelle zwischen Anlegern und Wirtschaft. Die Philosophie des gemeinschaftlichen investierens wurde schon beim ersten Fonds sichtbar. 1774 gründete der niederländische Kaufmann Adrian von Kettwig den weltweit ersten Gemeinschaftsfonds mit dem Namen „Eintracht macht stark“. Je nachdem ob Investoren ihr Geld flexibel ein- und auszahlen können, unterscheidet man zwischen offenen und geschlossenen Investmentfonds. Da für Privatanleger relevant und vor allen Dingen auch sicherer, konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf die offenen Investmentfonds. Die Begriffe Fonds und Investmentfonds verwenden wir fortan synonym.

Funktionsweise & Fondsarten

Zunächst einmal zahlen Anleger Geld in einen Fonds ein und bekommen dafür Anteilsscheine. Dabei können sie das Geld entweder in Form eines Einmalbetrages oder regelmäßig über einen Sparplan einzahlen. Dies ist dann meistens schon mit kleinen Summen z.B. ab 25 € pro Monat möglich. Die Gelder werden im Fonds gebündelt und dann in unterschiedliche Anlageklassen investiert. Die bekanntesten Fondsarten sind dabei Aktien-, Renten-, Misch- und sogenannte Indexfonds. .

Funktionsweise Investmentfonds

Aktienfonds investieren, wie der Name schon erkennen lässt, schwerpunktmäßig in Aktien. Rentenfonds kaufen hingegen Anleihen von Unternehmen oder auch Staaten. Mischfonds kombinieren unterschiedliche Anlagen wie zum Beispiel Aktien und Anleihen. Indexfonds wiederum kaufen und gewichten Wertpapiere so, dass sie die Entwicklung eines Index wie zum Beispiel den DAX oder auch den MSCI World so exakt wie möglich abbilden. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Arten wie zum Beispiel offene Immobilienfonds oder auch Geldmarktfonds, auf die wir hier aber nicht näher eingehen wollen.  

Fondsarten

Indirekte Teilnahme an der Wirtschaft

Anleger sind also entsprechend ihrer gehaltenen Anteile indirekt an den im Fonds gehaltenen Wertpapieren beteiligt. Das bedeutet, steigt der Wert der Wertpapiere, steigt auch der Wert des Fonds und somit der Wert der Anteile jedes einzelnen Anlegers. Der Inhalt des Fonds und die genaue Auswahl der Anlagen wird von einem so genannten Fondsmanagement bestimmt. Anders als bei direkten Investitionen in Aktien haben Anleger bei der indirekten Anlage mit Investmentfonds kein Mitspracherecht auf der Hauptversammlung. Dieses wird von den Fondsgesellschaften wahrgenommen.. 

Aktiv vs. passiv gemanagte Fonds

Je nach Art der Verwaltung wird unterschieden in aktiv und passiv gemanagte Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet das Fondsmanagement „aktiv“ über die Zusammensetzung des Investmentvermögens. Insbesondere bei Aktienfonds ist es dabei das Ziel, eine höhere Rendite zu erwirtschaften als breit aufgestellte Marktindizes. In diesem Zusammenhang ist dann auch oftmals die Rede davon „den Markt schlagen zu wollen“. Das Management versucht in diesem Fall z.B. Unternehmen zu identifizieren, die unterbewertet schein und in Zukunft im Wert steigen werden. 

akitv gemanagte Fonds

Passiv gemanagte Fonds hingegen haben nicht das Ziel einen Markt zu schlagen, sondern diesen so exakt wie möglich nachzubilden. Hierfür werden unterschiedliche Indizes verwendet, wie z.B. der DAX oder auch der MSCI World. Deshalb werden sie auch Indexfonds genannt. Das bedeutet, dass sich die Wahl und Gewichtung der im Fonds befindlichen Werte an einem gewählten Index orientieren. Demnach sind auch keine individuellen Analysen und auch kein aktives Management notwendig, mit dem Ergebnis, dass dadurch die laufenden Kosten im Vergleich deutlich geringer ausfallen. 

passiv gemanagte Fonds

Ausschüttende vs. thesaurierende Fonds

Erwirtschaftet ein Fonds Erträge, werden diese an die Anleger ausgezahlt. Dabei handelt es sich meistens, je nach Anlageklasse, um Dividenden oder Zinsen. Je nachdem wie die Erträge verwendet werden, kann unterschieden werden zwischen ausschüttende und thesaurierende Fonds. Bei ausschüttenden Fonds werden die Erträge dem Anleger, entsprechend seiner gehaltenen Anteile, ausgezahlt. Bei Thesaurierenden werden sie direkt reinvestiert. Dadurch können Anleger ohne aktives Zutun automatisch vom Zinseszinseffekt profitieren.  

ausschüttende Fonds
thesaurierende Fonds

Sicherheit des Investmentvermögens

Einen Fonds auflegen, verwalten und ein Fondsmanagement beauftragen können sogenannte Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG). Oftmals werden sie auch Fondsgesellschaften genannt. Deutsche Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen dem Kapitalanlagegesetz und werden von der BaFin zugelassen und beaufsichtigt. Eine in diesem Zusammenhang für Anleger entscheidende Regel ist, dass das Vermögen der Gesellschaft von dem Vermögen des Fonds getrennt ist und separat, nämlich bei einer Verwahrstelle, verwahrt wird. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz der Kapitalverwaltungsgesellschaft das Investmentvermögen von der Konkursmasse unberührt bleibt. Die Anleger sind und bleiben also jederzeit Eigentümer der im Fonds befindlichen Wertpapiere. Die Fondsgesellschaft verwaltet das Vermögen lediglich als Treuhänder. 

Sicherheit des Investmentvermögens

Handel mit Fondsanteilen

Ein weiterer wichtiger Aspekt für Anleger ist, dass sie nicht nur neue Anteile flexibel kaufen können, sondern ihre gehaltenen Anteilsscheine grundsätzlich auch jederzeit an die Gesellschaft zurückgeben können. Ausnahmen gibt es nur bei außergewöhnlichen Umständen. Hier können Fondsgesellschaften die Rücknahme von Anteilen dann vorübergehend aussetzen. Fondsanteile können aber auch fortlaufend über Börsen gehandelt werden. Fonds die ausschließlich mit dem ziel eines börslichen Handels aufgelegt werden, heißen Exchange Traded Funds (ETF). Wie Indexfonds versuchen sie die Wertentwicklung eines Index so exakt wie möglich nachzubilden. 

Handel mit Fondsanteilen

Kosten eines Investmentfonds

Bei den Kosten ist Fonds nicht gleich Fonds. Eine genaue Analyse ist deshalb ratsam. Grob können die Kosten in einmalige und jährlich laufende Kosten unterschieden werden. Einmalige Kosten fallen beim Kauf an und sind zum Beispiel Ausgabeaufschläge. Sie werden fällig, wenn Fondsanteile über Vertriebspartner der Fondsgesellschaften, wie zum Beispiel Banken, gekauft werden. Sie berechnen sich auf Basis des Anteilwertes und liegen in der Regel zwischen 3 und 5 %. Bei ETFs entfallen diese Kosten, da sie wie Aktien direkt an der Börse frei gehandelt werden können.

Die laufenden Kosten werden jährlich direkt aus dem Fondsvermögen entnommen. Sie decken Verwaltungsgebühren, Verwahrstellenvergütungen und sonstige Aufwendungen wie zum Beispiel Kosten für die Wirtschafts- und Steuerprüfung ab. Sie alle werden zu einer sogenannten Gesamtkostenquote, dem Total Expense Ratio (TER) zusammengefasst. So fallen bei aktiv gemanagten Fonds in der Regel zwischen 1 und 2,5 % des Fondsvermögens an und schmälern so dessen Ertrag. Darüber hinaus können bei aktiv gemanagten Fonds ebenfalls erfolgsabhängige Vergütung wie z.B. eine Performance Fee anfallen. Das bedeutet wenn der Fonds besser als eine gewählte Benchmark entwickelt, können für die zusätzliche Wertentwicklung Gebühren anfallen. Bei Misserfolg fallen diese zusätzlichen Kosten aber nicht an. Passive Fonds wie z.B. ETFs sind auch an dieser Stelle deutlich günstiger. Hier betragen die laufenden Kosten in der Regel nur zwischen 0,15 und 0,8 %.

Fazit

Offene Investmentfonds bieten dem Anleger gegenüber Einzelinvestments den Vorteil, dass in sie auch schon mit kleinen Summen, meist ab 25 Euro monatlich, investiert werden kann. Einmal den richtigen Fonds recherchiert und ausgewählt, sind die Folgeaufwände für Anleger, z.B. für weitere Recherchen, minimal. 

Aufgrund der breit gefächerten Investitionen findet zudem eine gute Diversifikation statt. Darüber hinaus können Anleger ihre Anteile in der Regel flexibel, meist täglich kaufen und verkaufen. Zum Schluss können Investmentfonds auch dahingehend als sicher bezeichnet werden, da das Investitionsvermögen immer vom Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft getrennt wird. 

Nachteilig wirken sich insbesondere bei aktiv gemanagten Fonds die erhöhten Kosten z.B. für Ausgabeaufschläge und Verwaltung aus. Auch ist bei aktiv gemanagten Fonds nicht immer klar erkenn- und nachvollziehbar nach welchen Regeln genau einzelne Wertpapiere ausgewählt werden. Passiv gemanagt Fonds sind deutlich günstiger und transparenter. Für einen langfristigen Vermögensaufbau bieten insbesondere ETFs deshalb eine sehr gute Möglichkeit. 

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