Die Börse einfach erklärt – So funktioniert der Wertpapierhandel

Von Marcel

Finanzfreak & passionierter Investor

Seit es Menschen gibt, gibt es Handel. Ob auf Marktplätzen oder Messen. Menschen treffen dort zusammen um Produkte zu kaufen und zu verkaufen. Im Laufe der Zeit haben sich aus diesen Treffen heraus die ersten Börsen entwickelt. Eine Börse ist also nichts anderes als ein Marktplatz auf dem standardisierte Produkte nach bestimmten Regeln gehandelt werden. Heute bieten sie Privatanlegern die Möglichkeit, einfach und sicher Wertpapiere zu handeln.

Geschichte der Börse

Wo die erste Börse entstand ist umstritten. Städte die hier oft genannt werden sind Brügge, Antwerpen aber auch Amsterdam. Ein Großteil der Literatur schreibt jedoch der Stadt Brügge diesen Titel zu. Hier soll die erste Börse 1409 entstanden sein. 

Ebenfalls nicht eindeutig ist die Wortherkunft. So könnte sich der Begriff aus dem lateinischen „Bursa“ abgeleitet haben, was so viel bedeutet wie „Geldbeutel“. Aber auch hier taucht die Stadt Brügge auf. So könnte es nämlich auch sein, dass sich das Wort Börse von der dort ansässigen Kaufmannsfamilie „Van der Burse“ abgeleitet hat. Im Haus dieser Familie fanden regelmäßig Geschäftsessen und andere Treffen statt. 

Wo auch immer die genaue Wortherkunft liegt, mit der Zeit wurde das Wort Börse für viele Sprachen übernommen. Im Englischen spricht man allerdings von Stock Exchange oder Commodity Exchange. Heute gibt es weltweit viele Börsen unterschiedlicher Größe und Schwerpunkte. 

Wertpapierbörse vs. Warenbörse

Je nachdem was auf den Handelsplätzen gehandelt wird, kann grundsätzlich zwischen einer Wertpapier- und einer Warenbörse unterschieden werden. Auf einer Wertpapierbörse wird, wie der Name schon erkennen lässt, mit Wertpapieren gehandelt. Mit der Ausgabe von Wertpapieren können Unternehmen sich neues Kapital organisieren. Gibt eine Firma Aktien aus, beschafft sie sich Eigenkapital. Erfolgt die Ausgabe von Anleihen, wird Fremdkapital besorgt. 

Auf einer Warenbörse hingegen findet der Handel mit Rohstoffen wie beispielsweise Metalle, Erdöl, Getreide aber auch Strom statt. Da für Privatanleger interessanter betrachten wir in diesem Artikel die Wertpapierbörse genauer. 

Wertpapierbörse und Warenbörse

Aufgaben einer Börse

Eine Börse selber handelt nicht. Sie organisiert und kümmert sich um die Einhaltung der geltenden Regeln. Dabei stellt sie mehrere Aufgaben sicher. Wie auf jedem Marktplatz bringt sie zunächst einmal Verkäufer und Käufer, also Angebot und Nachfrage, zusammen. Sie sorgt für einen fairen und transparenten Handel, ermittelt so Preise für einzelne Wertpapiere, und veröffentlicht Informationen. So wird z.B. durch die Berechnung und Veröffentlichung von Indizes Transparenz und Vergleichbarkeit hergestellt. 

Die Börse stellt mit all diesen Aufgaben einen effizienten Kapitalumschlag sicher. Das bedeutet, dass sie kapitalsuchenden Unternehmen dabei hilft, nationale und internationale Anleger zu finden. Unternehmen erhalten an der Börse ebenfalls eine Bewertung sowie einen zunehmenden Bekanntheitsgrad. Firmen die sich über die Ausgabe von Wertpapieren Kapital beschaffen wollen, müssten jedoch unterschiedliche Voraussetzung wie z.B. die Publizitätspflicht erfüllen. Sie müssen also den Investoren regelmäßig Bericht erstatten. 

Anleger hingegen finden über die Börse relativ einfach Investitionsmöglichkeiten. Sie können sich mit Hilfe unterschiedlicher Daten informieren und dann Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Durch gesetzliche Regelungen werden dabei alle Marktteilnehmer gleichbehandelt. 

Hierbei wird erkennbar, dass Wertpapierbörsen eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle einnehmen. Durch das neu gesammelte Geld können Unternehmen nämlich in Innovationen investieren und Arbeitsplätze schaffen. Für Anleger stellen Aktien eine gute Möglichkeit dar, direkt am Produktivvermögen der Wirtschaft teilzunehmen um so langfristig Vermögen aufzubauen. 

Der Börsenhandel – Vom Parketthandel bis XETRA

Etwas Grundsätzliches vorab: Einen Auftrag zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge von Wertpapieren wird auch Order genannt. Früher fand der Wertpapierhandel ausschließlich vor Ort zwischen Personen, so genannten Börsenmaklern, statt. Sie vermittelten die Kauf- und Verkaufsorder der Anleger und waren so an der Kursnotierung von Wertpapieren beteiligt. Da die meisten Börsen mit Parkett ausgestattet waren, nennt man diese Art des Handels bis heute noch Parketthandel

Parketthandel an der Börse

Heute findet der Großteil des Wertpapierhandels jedoch nicht mehr auf dem Parkett statt, sondern über elektronische Handelsplätze. Der in Deutschland größte Handelsplatz dieser Art ist XETRA von der Frankfurter Wertpapierbörse. XETRA steht dabei für „eXchange Electronic TRAding“. Hierbei gelangen die Aufträge der Kunden über die Bank direkt in das Handelssystem. Durch die vollelektronische Zusammenführung der Kauf- und Verkaufsorder können Aktienkurse heute ohne das Zutun von Börsenmaklern schnell und transparent ermittelt werden. 

elektronischer Handel an der Börse

Der Aktienkurs – Das Ergebnis von Angebot und Nachfrage 

Der Preis einer Aktie, dargestellt in einem Aktienkurs, wird dabei auf Basis von Angebot und Nachfrage bestimmt. Ist die Nachfrage höher als das Angebot, wollen also mehr Investoren eine Aktie kaufen als verkaufen, steigt der Kurs. Ist hingegen das Angebot höher als die Nachfrage, wollen also mehr Investoren verkaufen als kaufen, sinkt der Kurs. 

Vielleicht ist es dir auch schon mal aufgefallen, dass im Börsenjargon manchmal von einem Bullenmarkt bzw. einem Bärenmarkt gesprochen wird. Ein Bullenmarkt liegt vor wenn die Kurse von Wertpapieren über einen längeren Zeitraum steigen. Auf der anderen Seite spricht man von einem Bärenmarkt wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum fallen. 

Der Aktienhandel – Über Depotbanken oder Broker

Früher wie heute kann ein Privatanleger jedoch nicht direkt auf der Börse handeln, sondern nur indirekt. Das bedeutet, dass seine Aufträge über Mittler wie z.B. Depotbanken oder Broker an die Börse weiterleitet werden. Voraussetzung hierfür ist das Anlegen eines Wertpapierdepots. Mit Hilfe der Digitalisierung kommen private Anleger dem Börsengeschehen aber schon sehr nah. Dank der Digitalisierung ist der Handel mit Wertpapieren so einfach und auch kostengünstig geworden wie nie. Anleger können ganz bequem von zu Hause aus oder sogar über das Smartphone Aufträge einstellen. 

Über die Eingabemaske der Depotbank oder des Brokers kann ausgewählt werden, über welchen Börsenplatz gehandelt werden soll. Die in Deutschland größten Börsen sind die Börse Frankfurt, Xetra, Tradegate Exchange in Berlin, die Börse Stuttgart und die Börse München. Darüber hinaus gibt es noch weitere, kleine Börsen. Die unterschiedlichen Handelsplätze unterscheiden sich dabei zum Teil in ihrem Service und in ihren Schwerpunkten. So haben sich einige Börsen auf den Handel mit Zertifikaten oder auch mit ausländischen Aktien spezialisiert. 

Die Überwachung des Börsengeschehens – Eine Kontrolle auf mehreren Ebenen

Damit der Handel auch tatsächlich fair und transparent ablaufen kann, wird er in Deutschland fortlaufend überwacht. Dabei wird die Aufsicht auf drei Ebenen wahrgenommen. Zum einen gibt es die börseninterne Handelsüberwachungsstelle, auch HÜSt, genannt. Sie ist eines von mehreren Börsenorganen und überwacht den Handel. Bei Unregelmäßigkeiten muss die HÜSt die Börsenaufsicht unverzüglich informieren. 

Die besagte Börsenaufsichtsbehörde befindet sich auf Landesebene. Sie hat die Aufgabe die Börsenorgane zu beaufsichtigen. Zudem bewertet und untersucht sie die von der Handelsüberwachungsstelle gemeldeten Unregelmäßigkeiten und kann Sanktionen verhängt. Wenn notwendig kann sie darüber hinaus auch selbst die direkte Marktüberwachung durchführen. 

Auf Bundesebene gibt es dann noch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, auch BaFin genannt. Sie ermittelt im Bereich Wertpapieraufsicht unter anderem in Fällen von Insidergeschäften, Marktmanipulation und gegen Verstöße der Publizitätspflicht. 

Überwachung des Börsengeschehens

Fazit

Eine Börse ist vereinfacht gesagt nichts anderes als ein regulierter Marktplatz auf dem Wertpapiere fair und transparent gehandelt werden. Dass eine Börse ihren wichtigen Aufgaben und Pflichten auch nachkommt, wird mit Hilfe einer umfangreichen Börsenaufsicht sichergestellt. Wir Privatanleger haben heutzutage über Depotbanken oder Broker die Möglichkeit, relativ einfach am Börsengeschehen teilzunehmen. Über den Kauf von Aktien bietet sich eine gute Möglichkeit, direkt am Produktivvermögen der Wirtschaft teilzunehmen, um so langfristig Vermögen aufzubauen. 

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